Das Problem, über das niemand spricht: Fahrzeuge teilen sich die Fläche

Flottendimensionierungsstudien betrachten fast immer einen Fahrzeugtyp nach dem anderen. Wie viele FTS brauchen wir? Wie viele AMR? Wie viele Stapler für die manuellen Zonen? Jede Frage wird isoliert beantwortet — vom Hersteller, per Tabelle oder per grober Rechnung.

Das Ergebnis ist eine Anlage, in der jede Flotte auf dem Papier korrekt dimensioniert war, sich die Fahrzeuge in der Praxis aber ständig behindern. Ein FTS auf fester Route blockiert einen AMR, der umgeleitet werden muss. Ein Stapler, der an der Verladerampe weit ausholt, erzeugt eine wiederkehrende Warteschlange für drei FTS, die zur Ladestation wollen. Nichts davon zeigt sich in einer Einzelfahrzeug-Berechnung.

Das Kernproblem: Intralogistik ist ein System mit gemeinsam genutzter Fläche. Der Durchsatz jedes Fahrzeugtyps hängt davon ab, was alle anderen tun. Sie getrennt zu dimensionieren garantiert, dass das Gesamtergebnis falsch ist.

Drei Fahrzeugtypen, drei verschiedene Modellierungsherausforderungen

Automatisierung mit fester Route

AGV

Folgt vordefinierten Routen — Magnetband, QR-Codes oder Induktionsschleife. Die Simulation modelliert Verkehrskonflikte auf festen Pfaden, Ladezyklen und Vorfahrtsregeln an Kreuzungen. Die entscheidende Frage: Wo erzeugt das Routennetz unter Last Deadlocks?

Dynamische Navigation

AMR

Navigiert frei per SLAM — keine festen Pfade, weicht Hindernissen in Echtzeit aus. Die Simulation modelliert die Flottenkoordination über das Verkehrsmanagement, Zonenreservierungen und das Zusammenspiel zwischen dynamischem AMR-Routing und der festen Infrastruktur, auf die FTS angewiesen sind.

Manuell / teilautomatisiert

Forklift

Die unberechenbaren Akteure in jedem Intralogistikmodell. Variable Geschwindigkeit, ungeplante Stopps, Fahrverhalten und Schichtpausen beeinflussen, wie viel Raum automatisierte Fahrzeuge haben. Ein Modell ohne Stapler überschätzt den automatisierten Durchsatz in gemischten Anlagen deutlich.

Wie die Simulation das Gesamtbild erfasst

Ein Simio-Simulationsmodell platziert alle Fahrzeugtypen gleichzeitig in derselben Umgebung. Jedes FTS folgt seiner Routing-Logik, jeder AMR navigiert dynamisch, jeder Stapler bewegt sich gemäß seiner Aufgabenliste und seinen Fahrverhaltensparametern. Sie teilen sich Gassen, Kreuzungen, Ladeinfrastruktur und Verladerampen — und das Modell erfasst jede Wechselwirkung.

So testen Sie Fragen, die keine Tabelle beantworten kann: Was passiert mit dem FTS-Durchsatz, wenn sich die Stapler-Schichtmuster ändern? Hält der Umstieg von 12 FTS auf 8 AMR den Durchsatz — und wie sieht das Gassenkonflikt-Profil aus? Können drei zusätzliche Stapler in der Hochsaison zwei ausgefallene FTS ersetzen, ohne dass der Durchsatz einbricht?

1

Flottenaufnahme & Layout-Erfassung

Wir dokumentieren jeden relevanten Fahrzeugtyp: FTS-Spezifikationen (Geschwindigkeit, Traglast, Laden), AMR-Navigationssystem und Flottenmanagement-Software, Staplertypen und Aufgabenprofile. Der Grundriss wird erfasst, inklusive gemeinsamer Zonen, Ladeorte und Fußgängerbereiche.

2

Aufbau des Mischflotten-Modells

Wir bauen das Simio-Modell mit allen gemeinsam arbeitenden Fahrzeugtypen. Feste FTS-Routen, dynamische AMR-Navigationslogik und Stapler-Aufgabenmodelle werden getrennt validiert und dann mit der gemeinsamen Verkehrsmanagement-Schicht kombiniert.

3

Szenariomatrix

Wir testen die zu vergleichenden Konfigurationen: unterschiedliche Flottenzusammensetzungen (mehr AMR, weniger FTS), geänderte Routing-Regeln, Ladestrategien, Schichtmuster-Varianten und Spitzenlastereignisse. Typischerweise 5–8 Szenarien mit jeweils mehreren Replikationen.

4

Ergebnisse & Flottenempfehlung

Sie erhalten Durchsatzkurven je Szenario, eine Konflikt- und Warteschlangenanalyse je Fahrzeugtyp, eine konkrete Empfehlung zur Flottenzusammensetzung und das Simio-Modell — Ihres, um es bei geänderten Anforderungen erneut laufen zu lassen.

Was Sie am Ende erhalten

Richtiger Mix
Bestätigte Flottenzusammensetzung — wie viele je Typ — die die Durchsatzziele erreicht
Konfliktkarte
Jedes Gassensegment und jede Kreuzung, geordnet nach Behinderungshäufigkeit unter Last
Ihr Modell
Simio-Modell übergeben — erneut laufen lassen bei jeder Flottenänderung, jedem Layout-Update oder jeder Nachfrageverschiebung

Lieferumfang: die Simio-Modelldatei, ein Szenariovergleichsbericht mit Durchsatz- und Auslastungskurven je Fahrzeugtyp, eine Gassenkonfliktanalyse und eine schriftliche Empfehlung. Ändern sich Ihre Pläne nach der Lieferung — neue Fahrzeugdaten, angepasste Durchsatzziele, eine Layoutänderung — läuft das Modell erneut.

FTS vs. AMR vs. Stapler — was das Modell erfasst

ModellelementFTSAMRStapler
NavigationsverhaltenFeste Route + VerkehrsregelnDynamische SLAM-WegfindungAufgabengesteuert, variabel
Lade- / EnergiemodellGeplantes oder ZwischenladenZwischenladen an StationenSchichtbasiertes Betanken
FlottenkoordinationZentrale DispositionslogikTMS-ZonenreservierungenManuelle Koordination
Behinderung anderer TypenAn jeder Kreuzung modelliertDynamisches Ausweichen simuliertVariable Blockierung modelliert
Ausfall / StillstandMTBF-/MTTR-VerteilungenMTBF-/MTTR-VerteilungenPersonalausfall, Pausen

Welche Daten benötigen wir?

Je mehr Sie haben, desto präziser das Ergebnis — aber wir können mit Planungszielen und bekannten Fahrzeugdaten starten:

  • Grundriss oder CAD-Layout — mit Gassenbreiten, Wenderadius-Restriktionen, markierten gemeinsamen Zonen
  • Fahrzeugspezifikationen — Geschwindigkeit, Traglast, Wenderadius, Ladezeit je Fahrzeugtyp
  • Aufgabenprofile — was jeder Fahrzeugtyp tut, wie viele Fahrten pro Schicht, Aufnahme-/Abgabeorte
  • Stapler-Schichtmuster — Anzahl Fahrer, Schichtbeginn/-ende, Pausenpläne
  • Durchsatzziele — Paletten pro Stunde, Aufträge pro Schicht oder Transportaufgaben pro Stunde
  • AMR-Verkehrsmanagement — Hersteller und Version, falls bereits gewählt; andernfalls modellieren wir ein repräsentatives TMS

Tools & technology

Alle Flottensimulationen entstehen in Simio mit unserem eigenen Intralogistik-Framework — vorvalidierte Komponenten für FTS-Routing auf festen Pfaden, dynamische AMR-Navigationsmodellierung, Stapler-Aufgabenlogik, gemeinsame Kreuzungsverwaltung und Ladekoordination über mehrere Typen. Für Optimierungsprobleme der Flottenzusammensetzung mit mehreren gleichzeitigen Restriktionen ergänzen wir eigene Optimierungslogik.

Simio SimulateFirst Fleet Framework Eigene Optimierung Mischflotten-Verkehrsmanagement

Wir modellieren alle großen FTS-Hersteller (Jungheinrich, Still, Dematic, SSI Schäfer und andere), AMR-Plattformen (Mobile Industrial Robots, Locus, Fetch, Geek+) und Standard-Staplertypen. Herstellerspezifisches Verhalten lässt sich direkt aus dem technischen Datenblatt parametrieren — kein Hersteller-Plugin nötig.

Passende Beispiele

So sieht es in der Praxis aus

Fallstudie

E-Commerce-Fulfillment-Center:
die richtige Flotte, bevor das Gebäude fertig war

Simio mixed-fleet simulation — AGVs and forklifts in a fulfilment warehouse
Logistik · Simio · Mischflotte

Gemischte FTS- und Staplerflotte — dimensioniert vor Bauabschluss

Ein Logistikbetreiber rüstete ein neues 45.000 m² großes Fulfillment-Center aus. Der Plan sah 14 FTS zur Bedienung des automatischen Lagers und 6 Stapler für Wareneingang und Sperrgut vor. Herstellerangebote für die FTS-Flotte reichten je nach Anbieter von 12 bis 18 Fahrzeugen.

SimulateFirst erstellte ein Simio-Modell mit der FTS-Flotte und dem Staplerverkehr in der gemeinsamen Hauptgasse. Zwei Dinge wurden sofort deutlich: Die Stapler erzeugten in den Wareneingangsspitzen eine wiederkehrende Warteschlange an der Hauptschnittstelle des Lagersystems, und 10 FTS mit Zwischenladen übertrafen 14 mit geplantem Laden.

10 FTS bestätigt — nicht 14 — erhebliche Beschaffungsersparnis
Wareneingangs-Staplerrouting neu gestaltet, um die Lagersystem-Warteschlange zu beseitigen
Ladestrategie geändert, bevor Hardware bestellt wurde
Modell vor Bauabschluss geliefert — Entscheidung rechtzeitig getroffen
Alle Beispiele ansehen →
KI-gestützte Modellierung

Starten Sie, bevor die Anlage existiert

Neue Anlagen haben keine gemessenen Fahrstrecken, keine Stapler-Interaktionsdaten und keine AMR-Navigationsdaten. Wir nutzen KI, um synthetische Fahrzeitverteilungen für alle Fahrzeugtypen aus Layout-Geometrie und Fahrzeugspezifikationen zu erzeugen — kalibriert gegen Branchen-Benchmarks für Beschleunigungsprofile, Kreuzungsverzögerungen und Lasthandling.

So kann ein Flottenvergleich in der Konzeptphase — 12 FTS vs. 8 AMR + 4 Stapler vs. ein völlig anderes Layout — laufen und Wochen vor jeder realen Messung nützliche Ergebnisse liefern. Synthetische Daten werden vor der finalen Empfehlung durch reale Messwerte ersetzt.

Read the AI & simulation guide →
KI in dieser Leistung
  • Synthetische FTS- & AMR-Routenzeiten aus dem CAD-Layout
  • Stapler-Fahrzeitverteilungen aus Aufgabenbeschreibungen
  • Bewertung der Flottenzusammensetzung, bevor reale Daten vorliegen
  • Automatisierte Szenarioläufe — über Nacht, Ergebnisse am Morgen
FAQ

Häufige Fragen zur
Intralogistik-Flottensimulation

FTS folgen festen, vordefinierten Routen — Magnetband, QR-Codes oder Induktionsführung. AMR navigieren dynamisch per SLAM und weichen Hindernissen in Echtzeit aus. FTS zu simulieren bedeutet, Verkehr auf festen Pfaden und Konflikte an Kreuzungen zu modellieren. AMR zu simulieren bedeutet, dynamische Wegfindung, Flottenkoordination über ein Verkehrsmanagement und Zonenreservierungen zu modellieren. Mischflotten mit beiden Typen erfordern beide Modelle gleichzeitig mit gemeinsamer Gassenlogik.
Ja — und genau daher kommen oft die wichtigsten Erkenntnisse. Manuelle Stapler sind unberechenbare Akteure: Sie halten unerwartet, ändern die Geschwindigkeit, blockieren Gassen beim Beladen und erzeugen variable Behinderungen für automatisierte Fahrzeuge. Eine Simulation, die nur die FTS- oder AMR-Flotte ohne die Stapler in denselben Gassen modelliert, überschätzt den Durchsatz systematisch. Wir modellieren alle Fahrzeugtypen gemeinsam, um die realen Behinderungsmuster zu erfassen.
Ja — das ist eine der häufigsten Fragen, die wir mit Simulation beantworten. FTS sind pro Einheit meist günstiger und im großen Maßstab einfacher zu verwalten, benötigen aber Infrastruktur (Band, QR-Codes) und sind unflexibel bei Layoutänderungen. AMR sind flexibler und layoutunabhängig, aber teurer und benötigen ein ausgereiftes Verkehrsmanagement. Die Simulation lässt Sie beide Optionen gegen Ihre tatsächliche Durchsatzanforderung und Ihr Layout testen, bevor Sie sich auf eine Technologie festlegen.
Eine fokussierte Flottendimensionierungsstudie mit 3–5 Konfigurationen dauert typischerweise 4–8 Wochen vom Datenerhalt bis zum Abschlussbericht. Mischflottenstudien, die FTS-, AMR- und Stapler-Wechselwirkungen gemeinsam mit mehreren Schichtmustern und Ladestrategien abdecken, laufen 6–10 Wochen. Den genauen Zeitplan und Lieferumfang definieren wir in der Angebotsphase, vor jeder Beauftragung.
Das ist der ideale Zeitpunkt für die Simulation — solange sich das Layout noch ändern lässt. Wir testen mehrere Layout-Optionen parallel und ermitteln, welche Konfiguration Flottengröße und Behinderungen minimiert. Wenn noch keine realen Layoutdaten vorliegen, nutzen wir KI-generierte synthetische Fahrzeitverteilungen auf Basis der geplanten Geometrie und Fahrzeugspezifikationen und ersetzen diese durch Messwerte, sobald das Layout final ist.
Ja — das Simio-Modell wird mit vollständiger Dokumentation übergeben. Sie können es mit aktualisierten Durchsatzzielen, geändertem Layout, neuen Fahrzeugspezifikationen oder einer anderen Flottenzusammensetzung erneut laufen lassen. Wenn Sie künftige Szenarien selbst rechnen möchten, bieten wir eine Simio-Schulung als Anschluss an. Viele Kunden nutzen das Modell noch Jahre nach dem Erstprojekt, während sich ihre Anlage entwickelt.
Kostenlose Beratung

Dimensionieren wir Ihre Flotte richtig

Nennen Sie uns Ihren Fahrzeugmix, Ihr Anlagenlayout und Ihre Durchsatzziele. Wir bestätigen, ob die Simulation das richtige Werkzeug ist, und definieren den Studienumfang vor jeder Beauftragung.

Antwort innerhalb 1 Arbeitstages
NDA standardmäßig verfügbar
Remote-Projekte weltweit
Transparentes Festpreisangebot

Deutschland — Dresden

Anton-Graff-Str. 24, D-01309
dresden@simulatefirst.com
+49 (0) 351 30906020

Polen — Wrocław

ul. Powstańców Śląskich 5, 53-332
polska@simulatefirst.com
+48 75 6406434

Antwort innerhalb 1 Arbeitstages · NDA verfügbar · Kein Spam

Mit dem Absenden werden Ihre Daten ausschließlich zur Beantwortung Ihrer Anfrage verwendet. Datenschutz.